Simulieren
Hinweis
Die Simulationen demonstrieren ausgewählte Barrieren, die bei der Nutzung von digitalen Materialien im Zusammenhang mit verschiedenen Beeinträchtigungen entstehen können. Sie ermöglichen eine punktuelle Selbsterfahrung von Teilhabebarrieren, erheben jedoch keinen Anspruch auf eine vollumfängliche Darstellung der Lebensrealität von Betroffenen. Das Fenster stellt einen beispielhaften Moodle-Kurs dar und dient ausschließlich zur Durchführung der Simulationen. Mit der Seite kann nicht interagiert werden.
Wie wurden die Simulationsbeispiele ausgewählt?
Bei den vorhandenen Beispielen handelt es sich um eine kleine Auswahl möglicher auditiver, visueller und mentaler Barrieren, die beim Erfassen von digitalen Inhalten entstehen können. Bei der Auswahl wurde vor allem berücksichtigt, welche Realisierungen von Barrieren sich im Kontext der Simulation technisch umsetzen lassen. Daraus erklären sich einerseits die Vielzahl unterschiedlicher Sehbeeinträchtigungen und andererseits die Hinzunahme von Umweltreizen, die nicht nur für Menschen mit Beeinträchtigungen Barrieren erzeugen können. Das Erleben von Reizen wie Störgeräuschen oder Blendlicht kann für Betroffene deutlich einschränkender sein, als es die durchschnittliche Alltagserfahrung Nicht-Betroffener vermuten lässt. Die inhaltliche Umsetzung stützt sich auf Erfahrungsberichte und die Expertise Betroffener sowie auf Informationstexte.
Welchen Mehrwert können Simulationen leisten?
Die Simulationen zielen darauf ab, mögliche Barrieren im Studium für Sie, als Lehrende*n, aufzuzeigen und greifbarer zu machen. Ihr Anwendungszweck ist auf den Kontext der inklusiven digitalen Lehre begrenzt. In diesem Zusammenhang wird davon ausgegangen, dass die Simulation von Barrieren „Aha-Effekte“ erzeugt und die theoretische Vorstellung von Barrieren um niedrigschwellige, individuelle Erfahrungen ergänzt. Sie, als Lehrende*r, können konkret überprüfen, welche Barrieren die Teilhabe an Ihren Kursen behindern können, und dies bereits bei der Konzeption Ihrer Kurse berücksichtigen. Im Kontext der Lehre ist Barrierefreiheit schließlich nicht nur eine Frage von Empathie und Bewusstseinsbildung, sondern ein Rechtsanspruch der Studierenden.
Welche Einschränkungen sind bei der Simulation zu beachten?
Die Simulationen dienen dem Erleben von Barrieren im Medium „digitale Inhalte“ und demonstrieren anhand konkreter Beispiele die praktische Notwendigkeit barrierefreier Lehre. Sie zielen ausdrücklich nicht darauf ab, medizinisch kategorisierte Beeinträchtigungen darzustellen und eine „crip for a day“-Simulation bereitzustellen (Nario-Redmond et al., 2017). Die Komplexität der Lebensrealität von Menschen mit Behinderung lässt sich durch die selektive Darstellung einzelner Aspekte nicht nachahmen. Eine reine Zielsetzung des „so tun als ob“ würde ebenfalls die andere Seite der Erfahrungen Betroffener außer Acht lassen. Betroffene können im täglichen Umgang mit Barrieren und Behinderung wertvolle Fähigkeiten entwickeln, die über reine Copingmechanismen hinausgehen – beispielsweise Organisationsfähigkeit, Verantwortungsübernahme, Selbsteinschätzung und Leistungsbereitschaft. Ohne diesen wichtigen Aspekt laufen Simulationen Gefahr, eine ableistische und defizitorientierte Perspektive einzunehmen und Stereotype zu reproduzieren.
Trotzdem werden in den Simulationsbeispielen medizinische Kategorien verwendet. Dieser scheinbare Widerspruch ist ein Kompromiss aus technischer Umsetzung und der schnellen Auffindbarkeit von Schlagworten wie z. B. „Störgeräusche“, „Sehschwäche“ oder „Legasthenie“ für eine einfachere Nutzung der Simulationen.
Eine weitere Einschränkung ist technisch bedingt. Die DACHS-Simulationen lassen sich nicht kombinieren. In der Realität treten unterschiedliche Barrieren, insbesondere im Kontext von Lehrveranstaltungen, häufiger gemeinsam als isoliert auf.